Autofokus

Autofokus: Beratung und Tests

Allgemeines

Mit der Autofokus Funktion – auch AF genannt – stellt die Kamera das Motiv automatisch scharf.
AF nimmt für den Fotografen eine Hürde, entfällt doch die lästige und gerade für weniger routinierte Fotografen oft zeitaufwendige manuelle Einstellung der Entfernung mittels Mattscheibe oder Schnittbildentfernungsmesser. Die Technik wurde Mitte der 1970er Jahre erstmalig in der Konica C35 AF vorgestellt. Sie gehört seitdem in verschiedenen Formen und Weiterentwicklungen als beliebtes Technik Element zur Standard Ausrüstung von Kameras, jedenfalls was das Amateursegment angeht. In der professionellen Fotografie wird nicht immer mit AF gearbeitet, die Technik aber nicht abgelehnt. Auch bei den Profis ist der Einsatz dieser Technik aufgrund der heute zu erreichenden Geschwindigkeiten auf dem Vormarsch, zum Beispiel in der Sportfotografie.

Formen

AF gibt es in folgenden Formen:

Einsatz von Licht

  • Aktiver AF – sendet selbstständig ein Signal in Richtung Motiv, kann auch im Dunkeln arbeiten.
  • Passiver AF – braucht das vom Motiv abgestrahlte oder reflektierte Licht.

Die Entwicklung hat dabei von der anfänglich aktiven AF zur fast ausschließlich passiven AF, beziehungsweise zu Mischformen geführt. Aktive AF beginnen bei langen Brennweiten zu schwächeln und haben sich nicht durchsetzen können.

Einzelfoto oder Sequenz

  • One Shot AF oder AF.S – Momentaufnahme – auch Schärfepriorität genannt
  • Kontiniuerlicher AF oder AF.C – Scharfstellung einer Fotosequenz – auch Auslösepriorität genannt
  • Automatischer AF oder AF.A – Die Kamera unterscheidet selbst, ob ein Motiv sich bewegt oder nicht, wählt in der Folge AF.S oder AF.C aus.
  • Prädiktiver AF – Die Kamera schätzt bei einer Bewegung die nächste Position des Motivs im Voraus ab.

Technik

Kernstück Sensor

Simple AF Modelle sind mit einem Sensor bestückt, im professionellen Bereich arbeiten Kameras heute mit über 50 Sensoren. Aber nicht nur die Anzahl der Sensoren oder Messfelder ist entscheidend für die Güte eines AF Systems. Interessant ist auch, wie die Messfelder angeordnet sind, wie empfindlich sie reagieren, und um was für eine Art von Sensor es sich handelt. Dabei ist die Gleichsetzung von Messfeldern mit Sensoren nicht ganz exakt, da die Sensoren selbst größer sind, als die sie markierenden Messfelder. Man unterscheidet Linien- und Kreuzsensoren. Liniensensoren stellen auf ein Objekt scharf, das senkrecht zu ihnen steht. Kreuzsensoren sind genauer, sie messen gleichzeitig horizontal und vertikal. Die modernen Kamera-Typen kombinieren beide Sensoren-Typen geschickt miteinander. Sie können eine optimale und vor allem schnelle Scharfstellung erreichen. Viele Kameras koppeln die Sensoren mit der Belichtung, und sorgen in einem Schritt zusätzlich für die optimale Belichtung einer Fotografie. Die AF Funktion arbeitet dabei grundsätzlich bei guter Objektivlichtstärke, also größerer Blendenöffnung, besser.

Passiv AF

Die heute verbreiteten Passiv AF arbeiten mit zwei verschiedenen Methoden:

  • Kontrast AF
  • Phasenerkennung

Kontrast AF

Der Kontrast AF geht von der Prämisse aus, dass ein scharfes Bild von hohen Kontrasten gekennzeichnet ist. Das Objektiv fährt daher solange hin- und her, bis der Kontrast zwischen zwei Bilddetails am größten ist. Ursprünglich war diese Technik in den Kompaktkameras verbreitet, findet seit der Einführung von Lifeview auch bei Spiegelreflexkameras Anwendung. Liveview setzt das Bild im Sucher zusammen und arbeitet nur mit zurückgeklappten Spiegeln.

Phasenerkennung

Bei der Phasenerkennung berechnet ein AF Modul die Entfernung über einen doppelten Sensor, der ein zweigeteiltes Bild erzeugt. Spiegelreflexkameras waren bis vor kurzem mit dieser AF Form ausgestattet.

Der Autofokus bei Objektiven

Der Autofokus bei Objektiven

Besser Fotografieren mit der AF Funktion

Auch wer mit einem AF System arbeitet, muss Grundsätze der Fotografie beherrschen. Bestimmte Aufnahmen im Makro-, Nacht – oder Landschaftsbereich gelingen weiterhin oft besser mit manueller Fokussierung. Außerdem ist zu prüfen, ob die benutzten Objektive die AF Funktion unterstützen. Manche hochwertige Objektive integrieren den AF Motor im Objektiv selbst. Wichtig sind bei der verbreiteten Kontrast AF entsprechende Lichtverhältnisse, wobei viele Kameras über entsprechende AF Hilfslichter oder Vorblitze verfügen.

Weiterführende Informationen