Brennweite

Brennweite: Beratung und Tests

Allgemeines

Die in der Einheit mm angegebene Brennweite eines Objektivs und das Aufnahmeformat definieren in der Fotografie den Bildwinkel. Dabei bestimmt sie sich allgemein als Abstand zwischen der Linse und dem Fokus. Physikalisch spricht man auch davon, dass sie der Abstand zwischen der Hauptebene der Linse und dem Fokus ist. Im Zeitalter beweglicher Linsensysteme ist die Definition teilweise zu eng gesehen, da solche Linsengruppen Brennweiten-Veränderungen ohne Beeinflussung der Länge des Objektivs vornehmen können. In der Fotografie werden Festbrennweiten Objektive angeboten und Zoom Objektive mit variablen Brennweiten. Brennweiten sind entscheidende Gestaltungselemente in der Fotografie.

Gesetzmäßigkeiten und Bedeutung

Die mit bestimmten Brennweiten erzeugten Bildwinkelwirkungen auf dem Foto hängen vom Aufnahmeformat ab. Ursprünglich wurde das Aufnahmeformat dabei durch die Größe des Films bestimmt. Mit dem Siegeszug der digitalen Fotografie bekam die Größe des Sensors die Bedeutung der Filmgröße. Sensoren sind in den unterschiedlichsten Größen möglich und häufig kleiner als das Kleinbildformat
24 mm x 36 mm aus dem analogen Bereich. Um einen einfachen Vergleich von Brennweiten-Größen zu ermöglichen, werden Brennweiten heute meist in Beziehung zum klassischen Kleinbildformat angegeben.
Bei digitalen Spiegelreflexkameras wird der sogenannte Crop-Faktor zur Umrechnung angeben. Dieser Crop-Faktor ist dabei eine spezielle Bezeichnung für den Formatfaktor. Der Formatfaktor ist allgemein die Kenngröße für die Berechnung der Brennweiten bei unterschiedlichen Aufnahmeformaten und konstantem Bildausschnitt.

Brennweiten-Größen und die dazugehörigen Objektive

  • 50 mm – Normal Objektiv – Ausschnitt des menschlichen Sehens
  • < 50 mm – Weitwinkel Objektiv – Bildwinkel weit
  • < 20 mm – Fisheye Objektiv – Extrem weiter Bildwinkel 180 Grad Winkel > 50 mm – Teleobjektiv – kleinerer Bildwinkel
  • > 300 mm – Super – oder Ultra Teleobjektive – sehr kleiner Bildwinkel

Daraus folgt grundsätzlich:

  • Je größer die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel und der Bildausschnitt.
  • Je kleiner die Brennweite, desto größer der Bildwinkel und der Bildausschnitt.

Zoomfunktionen bei Objektiven

Objektive mit Zoomfunktionen können die Brennweiten verändern.

  • Optische Zoomfunktion – Dies ist die “echte” Zoomfunktion – Brennweiten können bei konstanter Bildqualität variiert werden.
  • Digitale Zoomfunktion – Hier wird das Bild beschnitten, es handelt sich nicht um eine tatsächliche Variation von Brennweiten.

Zusammenhang zwischen Brennweiten und Lichtstärken

Die Lichtstärke ist wichtig in der Bewertung eines Objektivs, bestimmt sie doch den Querschnitt der Öffnung des Objektivs.

Brennweiten und Lichtstärken sind wie folgt miteinander verbunden:

Maximale Blendenöffnung des Objektivs in mm / Brennweite in mm = Lichtstärke

In direkter Beziehung zu Brennweiten stehen auch bekannte Abbildungsfehler von Linsen, die
chromatischen Aberrationen. Diese verändern scheinbar die Brennweiten, weil Linsen oft kugelförmig statt paraboloid geschliffen werden.

Besser Fotografieren – welche Rolle spielt die Brennweite?

Sie spielt eine Rolle

  • für die Auswahl eines Objektivs in Bezug auf die Größe des Bildwinkels.
  • für die Auswahl eines Objektivs in Bezug auf ihre Variabilität (Festbrennweiten- oder Zoom Objektiv).
  • für die Auswahl eines Objektivs in Bezug auf die Entfernung zum Objekt (Tierfotografie über Telezoom).
  • für die Auswahl des Objektivs in Bezug auf die Motivwahl .
  • für die Auswahl der Kamera in Bezug auf das Aufnahmeformat.
  • für die Wahl der Belichtungszeit in Bezug auf die Blendenöffnung.

Darüber hinaus ist der Bildwinkel eines der entscheidenden Merkmale eines Fotos. Während das Normalobjektiv im Wesentlichen wie das menschliche Auge abbildet, ermöglichen spezielle Brennweiten, zum Beispiel unterhalb von 50 mm, interessante gestalterische Effekte. Das Fisheye Objektiv ist ein besonderes Beispiel dafür, wie ein extrem weiter Bildwinkel die Ansicht verändert. Ohne das Spiel mit den Brennweiten gäbe es einen großen Teil gestalterischer Freiheit beim Fotografieren nicht. Dies gilt umso mehr als die Lichtstärke auch mit der Schärfentiefe in Verbindung steht, beide aber auch auf die Brennweiten bezogen sind. Obwohl moderne Kameras viele Einstellungen im Automatikmodus selbst vornehmen, ist es für das klassische Handwerk in der Fotografie unabdingbar, die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Elementen zu erlernen und zu verstehen.

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