Normalobjektiv

Normalobjektiv: Beratung und Tests

Allgemeines

Das Normalobjektiv mit der Normalbrennweite von 50 mm im Kleinbildformat war lange Zeit das klassische Objektiv für Spiegelreflexkameras. Manche Meisterfotografen haben sich auf das Fotografieren mit diesem Festbrennweiten Objektiv spezialisiert. Das liegt unter anderem an seinen exzellenten Abbildungseigenschaften. Außerdem entspricht der Bildwinkel eines solchen Objektivs dem natürlichen Sehen mit den menschlichen Augen. Vor Aufkommen der Zoom Objektive war der Begriff Objektiv fast synonym mit den Normalobjektiven. Auch heute hat dieses Objektiv seine Reize nicht nur für Kenner. Manche sprechen von einem “verkannten Genie”. (So Oliver Causse auf http://www.causse.de/foto/normal.html)

Definition und Eigenschaften

Normalobjektive bilden einen Bildwinkel zwischen 40 und 50 Grad ab. Sie arbeiten mit einer Brennweite, die fast eine Diagonale zum Bildsensor, beziehungsweise zum Aufnahmeformat bildet.

Normalobjektive haben folgende Vorteile:

  • Exzellente Lichtstärke bei Blenden zwischen f1,8-f1,2 und größer.
  • Sie punkten mit einer einfachen, technisch ausgereiften Konstruktion.
  • Sie sind preiswert bei guter bis sehr guter Qualität.
  • Motive lassen sich gut freistellen.
  • Gut geeignet für das Fotografieren aus freier Hand, zum Beispiel “Available Light” Fotografie.

Available Light Fotografie

Eine Fototechnik, bei der trotz nicht optimaler Lichtverhältnisse am Aufnahmeort nur mit vorhandenen Lichtquellen gearbeitet wird. Häufig wird diese Technik beispielsweise in der Event – und Konzertfotografie angewendet, da man eine besondere Stimmung einfangen kann. Oft wird ganz bewusst ohne Stativ gearbeitet, was gute Freihand Qualitäten vom Fotografen verlangt und lichtstarke Objektive wie Normalobjektive.

Geübte Fotografen können mit Normalobjektiven viele Effekte erzielen, die sonst nur mit speziellen Objektiven verwirklicht werden können.

Technik

Meist sind Normalobjektive für das Fotografieren aus größerer Entfernung optimiert und sind asymmetrisch konstruiert. Regelmäßig handelt es sich um ein dreiteiliges Linsensystem, sehr lichtstarke Objektive verfügen über bis zu acht Linsen, um die Aberrationen in Grenzen zu halten.

Normalobjektiv im Einsatz: Mit der richtigen Technik können Bilder aussehen, als wären diese mit einem Weitwinkel  gemacht worden. Auch bei Portraits kann das Normalobjektiv stilvoll eingesetzt werden.

Normalobjektiv im Einsatz: Mit der richtigen Technik können Bilder aussehen, als wären diese mit einem Weitwinkel gemacht worden. Auch bei Portraits kann das Normalobjektiv stilvoll eingesetzt werden.

Besser Fotografieren mit Normalobjektiven – ja!

Gerade für Einsteiger eignen sich Normalobjektive. Sie sind nicht nur technisch ausgereift, preiswert und leicht, mit keinem anderen Objektiv lässt sich das Handwerk der Fotografie besser erlernen.
Normalobjektive ermöglichen das echte, pure Fotografieren ohne Effekthascherei, das jedem weiteren Gestalten voraus gehen sollte. Mit Normalobjektiven lässt sich der Schwerpunkt auf Bildinhalte legen jenseits aller Plakativität. Deshalb lernt man mit einem solchen Objektiv fotografieren, Schwächen im Handwerk lassen sich hier nicht durch Zoomen oder die Automatik überdecken. Die Lichtstärke ermöglicht auch bei schwierigen Lichtverhältnissen häufig noch das Arbeiten aus freier Hand und ohne Blitz, was ganz besondere Aufnahmen erzeugen kann. Fotografiert man mit offenen Blenden und lässt den Hintergrund etwas in den Unschärfebereich gehen, imitieren Normalobjektive eine Tendenz zum Teleobjektiv ganz leicht und erzeugen ein Bokeh. Normalobjektive eignen sich gut für Porträtaufnahmen und für Available Light Fotografie zum Einfangen besonders stimmungsvoller Lichtverhältnisse.

Weiterführende Informationen